Bangkok

Ich habe im Vorfeld viele Tipps bekommen, was man sich in Bangkok und Umgebung ansehen sollte. Rückblickend habe ich davon kaum etwas gesehen. Durch die Hilfe von Leuten der Couchsurfing-Community wusste ich theoretisch sehr gut, wie ich vom Flughafen zum Hostel komme.  Ich wusste welchen Bus ich nehmen musste. Schon im Flughafen wurde mir ohne weiteres Fragen meinerseits der Weg zum Bus gezeigt und ein Stadtplan in die Hand gedrückt. Am Ziel angekommen, wurde ich erneut von fremden Personen gefragt, wo ich hin möchte (mit einem Backpacking-Rucksack sieht man wahrscheinlich allgemein hilfsbedürftig aus). Jedenfalls war der erste Kommentar eines hilfsbereiten Thailänders zu meinem Aufenthalt: “5 days? That’s too long! It’s too hot.”. Das kann ich (bis auf die Hitze) nach fünf Tagen jedenfalls nicht bestätigen.

Bangkok Skyline

Skyline von Bangkok (aus dem Hotelzimmer eines Freundes)

Nach dem Check-In im sehr ruhig und dennoch zentral gelegenen Hostel bin ich durch die Gegend gelaufen und habe mir die Khao San Road angesehen, ich kam aber nicht weit und wurde bereits nach kurzer Zeit gefragt, ob ich nicht eine Tuk Tuk-Tour machen möchte. Mein Verneinen wurde nicht akzeptiert und nachdem er meinte heute sei Buddha-Tag und viele Tempel kostenlos zu besichtigen und die Tour nur 10 Baht kosten würde (entspricht ca. 25 Cent), ließ ich mich breitschlagen. Wobei mir bei dem Preis schon klar war, dass da was nicht stimmen konnte. Also wurden die Sehenswürdigkeiten und Tempel mit dem Tuk Tuk abgefahren. Plötzlich war die nächste Station ein Bekleidungsladen. Der Fahrer meinte ich soll einfach reingehen und mir alles anschauen. Das sei sowohl für ihn als auch für mich gut und ich müsste auch nichts kaufen. Wegen dem günstigen Preis dachte ich mir, ich tue ihm den Gefallen und ging also hinein. Nachdem die Verkäufer gemerkt haben, dass mit mir kein Geld zu machen ist, wurde ich relativ schnell und bestimmt wieder nach draußen geleitet. Weiter ging es zum nächsten Tempel und dann auf auf einmal zur Touristeninformation. Das war mehr eine Verkaufsagentur für Ausflüge bei der man sich am besten sofort für eine Reise entscheiden sollte. Nachdem ich mich auch hier weigerte, mich sofort zu entscheiden wurde ich erneut aus dem Geschäft geführt. Bei der Fahrt zum nächsten Ziel fragte mich der Fahrer für welche Reise ich mich entschieden habe. Nachdem er von meiner Ablehnung erfahren hat, wollte er mich prompt zurück bringen, damit ich mich neu entscheiden könne, was ich dieses Mal jedoch stark verneinte. Also auf zur nächsten Sehenswürdigkeit und wieder zurück zum Tuk Tuk… und dann war mein Fahrer samt Tuk Tuk einfach verschwunden. Na gut, paar Cents gespart und weiter geht es zu Fuß. Letztlich habe ich mit dieser Tour im Grunde mein ganzes Sightseeing-Programm beendet. Die Tempel sind zwar alle auf ihre eigene Art und Weise schön, aber es sind einfach zu viele, als dass man sie sich alle ansehen möchte.

der stehende Buddha

der stehnde Buddha

Mir ging es dann doch mehr um das eigentliche Leben in Bangkok. Und dank einiger Couchsurfing-Bekanntschaften, kam ich da sehr schnell rein. So traf ich mich gleich am ersten Abend relativ spontan mit der Thailänderin, die mir bereits zu Beginn mit Informationen geholfen hat. Bei einer kleinen Abendtour gab es typisches Essen und Trinken und ich sah die Plätze, an denen immer etwas los ist. Trotz starker sprachlicher Schwierigkeiten verstand man sich sehr gut. An einem anderen Abend traf ich mich erneut mit ihr und weiteren Couchsurfing-Leuten aus den Niederlanden, der Türkei und Bulgarien… Es wurde ein sehr lustiger Abend, an dessem Ende für mich feststand, dass ich unbedingt mal eine Moped-Tour durch Vietnam machen muss (also wirklich!!!). Mit einer andern Thailänderin und einem Freund ging es zu den sogenannten “Floating Markets”, die aber nichts mit den bekannten Floating Markets zu tun hatten, wie ich feststellen musste. Nichtsdestotrotz war es ein ziemlich guter Ausflug mit einer Fahrradtour, bei der es zu vielen interessanten Gesprächen kam und bei dem auch sehr viele thailändische Spezialitäten (vor allem Süßigkeiten und Gemüse bzw. Obst) verkostet wurden.

Verkostung von Obst

Verkostung von Obst am Straßenrand

Am letzten Tag wurde ich mit einer Bootstour ein wenig nach außerhalb von Bangkok geführt. Schilder waren hier nur noch in Thai geschrieben und das Essen wurde nochmals billiger (aber nicht weniger gut). Nach einer kurzen Motorroller-Tour waren wir in einer Wohnung angekommen, die mit deutschen Verhältnissen absolut nicht zu vergleichen ist (z.B. keine Küche, halboffen Fenster zum Flur), aber dennoch ihren Charme hat. Leider verging die Zeit so schnell, dass ich mich mit vielen anderen Mitgliedern von Couchsurfing leider nicht wie vorher geplant treffen konnte. Die Resonanz war einfach überwältigend. Von daher werde ich auch mit Sicherheit wieder nach Bangkok kommen, vielleicht sogar als Urlaub während meiner Australienzeit 🙂

Kurz zur Verpflegung: Am besten ließ sich der Tag mit einem frischen Smoothie starten. Zum Mittag bzw. Abendbrot wurde ein zufälliger Stand auf der Straße ausgewählt. Das Essen war dort immer sehr günstig und schmeckte in der Regel auch sehr gut. Da man wegen des warmen Wetters nicht noch mehr schwitzen wollte hat man Rucksack und Co einfach zu hause gelassen. Das gute daran ist, dass es alle paar hundert Meter einen 7Eleven-Laden gab, sodass man jederzeit ein kühles Getränk zu sich nehmen konnte (rund um die Uhr).

7Eleven

Späti in Bangkok

Vom Wetter her hatte ich ziemliches Glück. Ich habe einen kurzen aber heftigen Schauer erlebt, ansonsten war es meistens trocken aber auch sehr warm. Nach zwei Tagen mit Sonnencreme ist mir dann aufgefallen, dass ich die dort eigentlich gar nicht brauchte. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass man instinktiv Schatten sucht oder es manchmal auch bewölkt war, aber jedenfalls bin ich bei 34° bis 37° C immer vom Sonnenbrand verschont geblieben, klebte dafür permanent am ganzen Körper.

Abschließend ein paar Worte zum Verkehr in Bangkok. Es ist irgendwie wie in einem Ameisenhaufen. Alles schwirrt durcheinander aber irgendwie scheint es ohne größere Komplikationen zu funktionieren. Behutsames Abdrängen ist dabei eine grundlegende Tugend. Rote Ampeln für Autos, Grüne Ampeln für Fußgänger und Zebrastreifen scheinen wenn überhaupt auch nur Empfehlungen darzustellen. Deswegen sollte man auch immer über die Straßen rennen. Leider musste ich auch schmerzlich erfahren, dass man den Stau in Bangkok nicht unterschätzen sollte, aber dazu mehr im nächsten Post…

Stau in Bangkok

Stau in Bangkok

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