Inhaltsangabe zum Buch Hitlerjunge Salomon
Sally Perel: "Ich war Hitlerjunge Salomon"
Das Buch erzählt die wahre Geschichte des jüdischen Jungen
Salomon/Sally Perel, der als Jupp/Joseph Perjel drei Jahre in der
Elite-Schule des Führers in Braunschweig alles mitmachte ohne
als Jude entdeckt zu werden.
Sally wurde 1925 in Peine, nahe Braunschweig geboren, seine
Eltern waren 1918 aus Russland zugezogen und betrieben nun ein
Schuhgeschäft. 1935 wurde er in Anwendung der Nürnberger
Rassengesetze der Schule verwiesen, die Familie musste das
Geschäft verkaufen und emigrierte nach Lodz in Polen, wo sie
zunächst bei der Schwester der Mutter unterkamen. Dort geht
Sally in die Schule, lernt polnisch.
1939 sollte er in das hebräische Gymnasium überwechseln, doch
im September marschieren deutsche Truppen nach Polen, die Schule
wird geschlossen, Nachrichten erreichen die Familie, dass alle
Juden in ein geschlossenes Ghetto verbracht werden sollen.
Sallys Bruder David befindet sich als polnischer Soldat in
deutscher Kriegsgefangenschaft, die Familie beschließt, dass
Sally und sein älterer Bruder Isaak sich nach Russland
durchschlagen sollen, während Vater, Mutter und Schwester in
Lodz bleiben wollen.
Im Dezember überqueren die beiden den Fluss Bug und damit die
Grenze nach Russland. Sally kam in ein russisches Waisenhaus in
Grodno, während Isaak weiterreiste nach Wilna im Baltikum. Im
Waisenhaus besucht ihn dann überraschend seine Schwester Bertha,
der es noch gelungen war, aus dem Ghetto zu flüchten. Bertha
zieht ebenfalls weiter nach Wilna.
Sally wird wegen hervorragender Leistungen in der Schule in den
Konsomol, den sowjetischen Jugendverband aufgenommen.
Im Juni 1941 beginnt der deutsche Angriff, im Waisenhaus wird
allen jüdischen Kindern befohlen, sich auf den Weg nach Minsk zu
machen, auf dieser Flucht - mitten durch Schlachtfelder und
Zestörungen - löst sich die Gruppe auf und Sally ist allein.
In einem Dorf vor Minsk hält sich Sally auf, bis dieses von der
Wehrmacht überrollt wird: Die Bevölkerung muss sich in langen
Reihen aufstellen und wird sortiert, vor allem nach Jude und
Nichtjude. Sally behauptet geistesgegenwärtig, ein
"Volksdeutscher" zu sein - und ihm wird geglaubt.
Er wird nun von der 12. Panzerdivision auf ihrem Feldzug nach
Osten mitgenommen, als Maskottchen und als Übersetzer bei
Verhören, vor allem von russischen Offizieren. Er erwirbt sich
das Vertrauen der Mannschaft und wird sogar vom kinderlosen
Kompanie-Chef, Hauptmann von Münchow, adoptiert; "Du wirst
Joseph von Münchow heißen."(44)
In einigen Details und Episoden schildert Sally Perel seine
Erlebnisse an der Ostfront, unter anderem auch mit dem
homosexuellen Arzt Heinz, der beim Baden hinter Sallys Geheimnis
kommt (Beschneidung), aber zu ihm hält.
Der Feldzug kommt ins Stocken, Rückzüge und Ausweichmanöver
müssen vorgenommen werden, auf diese Weise kommt Sally auch nach
Reval. Dort besucht ihn sein Adoptivvater und schickt ihn mit
allen wichtigen Ausweisen heim ins Reich. Von der Ostfront mit
dem Zug direkt nach Berlin und dort in die Oper, Wagner
natürlich, dann weiter nach Braunschweig und direkt in die
HJ-Schule, eine Art Berufsschule und Elite-Anstalt, in welcher
der Führungsnachwuchs für die verschiedenen
Parteiorganisationen herangebildet wurde. (66)
Die nächsten drei Jahre verbringt Sally als Joseph Perjel in
dieser Schule, von den Mitschülern geachtet vor allem wegen
seiner Fronterfahrung, er ist fleißig und passt sich an und
vermag es, diesen enormen Zwiespalt auszuhalten, vor allem wenn
es wie z.B. im Fach Rassenlehre darum ging, warum die Juden eine
minderwertige Rasse und deshalb auszumerzen seien. Die größte
Angst Jupps bestand immer darin, das seine Beschneidung hätte
entdeckt werden können, z.B. bei ärztlichen Untersuchungen,
beim gemeinsamen Duschen, beim Umziehen in der Stube usw. In
vielen Einzelheiten wird der Alltag in diesen Jahren geschildert.
Weihnachten 1943 gelingt es Jupp die Erlaubnis zu erhalten nach
Lodz reisen zu dürfen. (S.131ff) Er fährt mit dem Zug nach
Polen und hat die feste Absicht, nach seinen Eltern im Ghetto zu
suchen. Darum geht er in kein Hotel sondern übernachtet auf
Bahnhöfen. Tagsüber fährt er mit der Straßenbahn durch das
geschlossene Ghetto (Abteil: "Nur für Deutsche"),
schaut sehnsüchtig aus dem Fenster und schildert das
Grässliche, das er zu sehen bekommt. Nur seine Eltern sieht er
nicht.
Frühjahr 1945: Der Krieg geht verloren, die Hitlerjugend muss
noch ins Feld, nun aber rund um Braunschweig zum letzten Gefecht
mit der Panzerfaust (171). Dort wird er dann von den Amerikanern
gefangen genommen, nach zwei Tagen wieder frei gelassen, von nun
an reiht er sich in den Flüchtlingsstrom ein und schlägt sich
nach Braunschweig durch, wo er in den Baracken der ehemaligen
Zwangsarbeiter übenachtet, wähernd die Zwangsarbeiter die
HJ-Schule übernommen hatten.
Von einem zurückgekehrten Juden erfährt er zum ersten Mal von
dem Ausmaß des Vernichtungsapparates, er hört aus den
verschiedenen Lagern und KZs.
Sally wird wieder einmal Dolmetscher, diesmal bei den Russen und
sie bieten ihm schließlich an, in eine kommunistische
Parteischule einzutreten und sich dort für eine aktive Rolle im
Dienste der sowjetischen Besatzungsbehörde ausbilden zu lassen.
Stattdessen beschließt er 1948 nach Israel zu gehen, wo er in
der Armee unter Mosche Dayan am Kampf um Jerusalem teilnimmt.
© 2004 Claudius Ortbandt (shel)