Barred Creek – das unterschätzte Gewässer

Auf dem Weg zur Gibb River Road machten wir in Port Headland eine Art Wattwanderung an der Nordküste Australiens, hatten mal wieder BBQ am Strand und fuhren mit dem 4WD am 80 Mile Beach, der nicht ohne Grund so heißt. Baden wurde dort aufgrund von Wasserschlangen und Haien allerdings nicht empfohlen. Über das sogenannte Eco Beach Resort – ein traumhaft schöner Strand und viele Meeresbewohner – ging es nach Broome, wo wir auch ca. einen halben Tag verweilten und wo ich meinen ersten Alkoholtest absolvieren durfte (dauerte keine 10 Sekunden). Zum Abend hin begaben wir uns auf den Weg nach Barred Creek. Der ausschlaggebende Grund dort hinzufahren war, dass es dort kostenlose Campingmöglichkeiten geben sollte.

Barred Creek

Da wir relativ spät ankamen und es schon sehr dunkel war, konnten wir kaum etwas erkennen und stellten uns einfach irgendwo auf eine Wiese neben einen Baum, wo wir in der Nähe auch andere Fahrzeuge erkennen konnten und legten uns alsbald auch schlafen.

Camping mit Carport

Am nächsten morgen sah die ganze Gegend schon wesentlich freundlicher aus und nach einer kleinen Wanderung durch die Natur entschlossen wir uns, hier ein bisschen länger zu bleiben. Dafür parkten wir das Auto ein wenig abseits in eine Art eigenes Carport unter Bäumen, wodurch wir wenigstens ein bisschen Schatten bekamen, da die Sonne doch schon sehr drückte.

Fische im Gezeitengewässer

springende Fische, die auch außerhalb vom Wassersein können

Pelikane

Die ganze Gegend war stark von den Gezeiten geprägt. Direkt am Meer gelegen, gab es einen kleinen Fluss, der die Gegend alle paar Stunden überflutete und eine schöne Seenlandschaft daraus machte, die viele Angler nutzten um einen guten Fang zu machen.

Der Gezeitenfluss und das andere Ufer

der Gezeitenfluss bei Ebbe

Zu Zeiten der Ebbe konnte man somit den Fluss leicht zu Fuß überqueren, bei Flut war es schwierig hinüber zu schwimmen, da die Wasserpegeldifferenz in dieser Region mit 8-9m eine der höchsten in Australien ist. Baden konnte man am sogenannten Rocky Beach jedoch ausgezeichnet! Und so kam es, dass gerade der Höchststand der Flut erreicht war und die Strömung im Fluss somit fast zum erliegen kam. Warum also nicht einfach mal zur anderen Seite schwimmen? Gesagt, getan! Auf der anderen Seite kamen wir mit zwei Locals ins Gespräch, die gerade angelten und just in dem Moment einen Fisch an der Leine hatten, den sie uns im Anschluss sogar schenkten. Im Laufe des Gesprächs fingen sie allerdings an uns auszulachen, weil wir hierher geschwommen sind. Sie meinten, sie hätten noch keinen gesehen, der das gemacht hätte, da sich sowohl Haie als auch Krokodile in diesen Gewässern befinden. Das machte uns dann doch ein wenig Sorgen, zumal sich Markus den blutenden Fisch an den Arm befestigt hatte, um mit ihm schwimmen zu können. Zu allem Überfluss setzte auch die Ebbe wesentlich schneller ein, als wir erwartet hatten und man konnte förmlich sehen, wie die Strömung stärker wurde und alles wieder ins Meer hinaustrieb.

die Angler, die uns den Fisch spendierten

Eine bzw. mehrere Familien, die dort auch campten hatten ein Kajak dabei und da wir dachten, wir haben eh nichts zu verlieren und auch nicht bis zur nächsten Ebbe warten wollten, erklärten wir ihnen unsere Situation und fragten, ob sie uns nicht mit dem Kajak zur anderen Seite fahren wollten. Entweder sie schienen uns jedoch nicht ganz zu verstehen oder sie fanden die Idee mit dem Kajak nicht so gut, jedenfalls boten sie uns nach kurzem diskutieren an, uns wieder auf die andere Seite zu fahren, was im Grunde heißt einmal im Kreis zu fahren, bis man auf der anderen Seite ankommt. Auch wenn es uns ziemlich peinlich war, hatten wir jedoch im Grunde keine andere Wahl und nahmen das Angebot somit dankend an. Da wir allerdings den Tag zuvor im Dunkeln angekommen sind, war es ein wenig schwer, ihnen den genauen Weg zu erklären, denn auch für uns sah irgendwie alles neu aus. Nach ein paar mal verfahren haben wir es dann allerdings doch wieder zu unserem Camp geschafft, bedankten und verabschiedeten uns. Wir hatten leider nichts, was wir als Wiedergutmachung anbieten konnten und mussten selbst noch zum Wasser zurücklaufen um unsere Sachen mit Autoschlüssel und co abzuholen…

Zubereitung vom Fisch

Fast selbstgefangener Fisch, aber komplett selbst zubereitet!

Nachdem wir dann auch unsere Sachen hatten, wurde der Fisch zubereitet. Markus, auch wenn er es zum ersten Mal machte, stellte sich dabei beim Entschuppen und Schneiden von Filet-Stücken ziemlich gut an. Nachdem der Fisch dann in der Pfanne nur mit Öl, Salz und Pfeffer gebraten wurde, haben wir ihn mit Brot gegessen. Es war einfach nur köstlich und diesen kleinen peinlichen Ausflug auf jeden Fall wert!

der Rocky Beach

Am nächsten Tag haben wir uns dann noch einmal ein wenig an den Strand gelegt, das Wetter genossen und dem Wasser zugeschaut, wie es alles Mögliche in die Gegend „saugt“. Dabei haben wir auch Schildkröten gesehen. Erst eine, dann ziemlich viele! Sie konnten sich im Grunde gar nicht wehren und schwimmen wie sie wollten, sie sind trotzdem alle herein gespült worden. Für mich war das jedenfalls das erste Mal, frei lebende Schildkröten zu sehen 🙂

Zum späten Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Broome, wo wir nochmals unsere Batterien und Vorräte auffrischten, bevor es weiter nach Derby ging.

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