Singapur

Die Reise mit Singapur begann damit, dass ich den Verkehr in Bangkok (trotz Vorwarnung) unterschätzt hatte. Durch einen Riesenstau hat mein Bus Ewigkeiten gebraucht, um vorwärts zu kommen. Letztlich kam ich trotz Sprinten durch den Flughafen (und das vollbeladen) ca. 40 Minuten vor Abflug am Schalter an und der Counter hatte somit seit gut fünf Minuten geschlossen. Alles Reden half nichts und ich kam nicht mehr mit auf den Flug. Somit blieb mir nur für teures Geld auf den nächsten Flug ca. 2 Stunden später umzusteigen. Naja, das wird mir wahrscheinlich nicht nochmal passieren…

Dadurch kam ich natürlich relativ spät an und erreichte mein Hostel aber noch kurz vor Mitternacht zum Check-in – alles OK! Das Wetter wieder relativ warm aber dafür noch schwüler… Das Hostel liegt wohl im halb-offiziellen Rotlichtviertel der Stadt. Der Vorteil daran (wobei ich nicht weiß, ob es da einen direkten Zusammenhang gibt): In der gesamten Gegend gibt es verdammt viel gutes und günstiges Essen – und das sogar meistens bis 5 Uhr morgens!

Marina Bay

Marina Bay

Am ersten Tag ging es dann zum Marina Bay Sands – Ein Hotel bestehend aus drei Türmen, auf denen sich eine Art Schiff befindet. Das obere Boot (57. Etage) ist eine Mischung aus Club / Restaurant / Bar / Swimming Pool / Aussichtsplattform. Als Hotelbewohner oder zahlender Besucher kann man das alles natürlich benutzen. Ansonsten kommt man zumindest mit ein bisschen Glück auf die oberste Etage und kann die Aussicht ein wenig genießen.

Der Pool im 57. Stock vom Marina Bay Sands

Der Pool im 57. Stock vom Marina Bay Sands

Das ist es eigentlich auch was Singapur ausmacht: Die Skyline! An der kann man sich auch nicht sattsehen – aus jeder Perspektive! Auffällig ist auch, dass fast jedes Hotel hier einen Pool auf dem Dach hat. Ansonsten gibt es hier nur vereinzelt Tempel und überteuertes Bier und ab Mitternacht keinen öffentlichen Nahverkehr mehr – so jedenfalls meine Erfahrungen. Auch das Nachtleben kann nicht wirklich etwas besonderes bieten. Von daher sind zwei Tage wirklich genug für diese Stadt 🙂

Grüße aus dem Ion Sky (Dach einer großen Mall)

Grüße aus dem Ion Sky (Dach einer großen Mall)


Singapur Skyline bei Nacht

Singapur Skyline bei Nacht

Es hieß ja auch immer, der Flughafen alleine sei schon eine Attraktion, aufgrund der vielen Möglichkeiten, die einem geboten werden. Allerdings hatte ich weder auf dem Hinflug (Ankunft gegen 22 Uhr) noch auf dem Rückflug (Abflug gegen 5 Uhr) Zeit, ihn mir anzuschauen. Da der Rückflug so früh startete, habe ich die Nacht natürlich nicht geschlafen. Dieses Mal wollte ich wirklich pünktlich sein und den Flieger nicht schon wieder verpassen. Also eingecheckt, Boarding absolviert im Flieger gesessen und gewartet, dass es losging. Kurze Ansage vom Piloten, dass es sich minimal verzögert. Ich bin immer wieder eingenickt, aber das Flugzeug bewegte sich nicht weiter. Mittlerweile wurde schon von den Stewardessen heißes Wasser (ohne alles) ausgeschenkt – wohl eine Verzweiflungstat. Rund eine Stunde nach offiziellem Abflug kam wieder eine Durchsage, dass es kleine Probleme gibt, die überprüft werden müssen und dass es sich ein wenig verzögert. Letztlich dann die Durchsage, dass ein Triebwerkstest stattfinden muss, bei dem allerdings alle Passagiere das Flugzeug verlassen haben müssen. Also wieder Gepäck geschnappt und raus aus dem Flugzeug in die Wartehalle.Es hieß, dass der Test bis hoffentlich 9 Uhr abgeschlossen ist, da die Maschine ansonsten das Terminal verlassen muss. Eigentlich war da schon klar, dass hier so schnell nichts mehr passieren wird. Nach wiederum mindestens 1,5h wurde verkündigt, dass ein Fehler festgestellt wurde und repariert werden muss. Ein neuer Flug ist vorerst (ohne Garantie) für 20 Uhr geplant. Man dürfe sich aussuchen, ob man eine volle Entschädigung für den Flugpreis (wahrscheinlich auch nur mit Fluggutscheinen) haben möchte oder aber lieber auf den Flug um 20 Uhr umsteigen möchte. Eine wirkliche Wahl ergibt sich für einen preisbewussten Backpacker da nicht wirklich. Und allgemein war die Aufregung und das Unverständnis sehr groß, sodass die Besatzung Probleme hatte, ihr Angebot überhaupt zu verkünden. Somit wurde ich also auf den nächsten Flug vorgemerkt und bekam zwei Essensgutscheine für je 13 S$.

Der Flughafen selbst bietet für Transit-Gäste mit einem Aufenthalt über 6h eine kostenlose Stadttour an. Die Chance wollte ich mir nicht entgehen lasen und machte mich auf die Suche nach dem entsprechenden Stand. Dort wurde mir leider mitgeteilt, dass ich ja mit Betreten des Flughafens mein Visum wieder verloren habe und somit auch nicht mehr raus darf, die Tour für mich also leider nicht verfügbar ist. Also einfach weiter den Flughafen erkunden. Irgendwann habe ich eine abgedunkelte Ecke gefunden, in der Filme gezeigt wurden. Der Film an sich (“Duff”), hat mein Interesse zwar nicht geweckt, aber im Allgemeinen, schien dieser Ort auch nur zum Schlafen benutzt zu werden. Also tat ich das gleiche…

Die anderen Attraktion wie “Orchid Garden”, “Butterfly Garden”, “Sunflower Garden” waren auch wesentlich spektakulärer angekündigt, als sie es tatsächlich waren. Aber immerhin eine kleine Abwechslung. Am lustigsten war noch der “Skytrain”, der die drei Terminals miteinander verbunden hat. Dieser hochmoderne Zug war jedoch nur eine Art ferngesteuerter Bus auf Rädern, der auf einer höhergelegten Trasse fuhr. Das Einlösen der Essensgutscheine erwies sich auch schwieriger als erwartet. Fast kein Laden akzeptierte die Gutscheine. Selbst bei der Fluglinie mussten sie erst nachfragen und konnten mir dann doch den einen Laden nennen, wo man etwas dafür bekam.

Butterfly Garden im Flughafen von Singapur

Butterfly Garden im Flughafen von Singapur

Als ich erneut für den Flug einchecken wollte, wurde die Zeit scheinbar erneut verschoben. 21.15 war nun der Abflug und somit nochmal Zeit für ein Nickerchen. Dafür wollte ich dieses Mal den richtigen Kinosaal aufsuchen. Der Film “Mount Everest” war auch wieder nicht der Hit, aber schlimmer noch war, dass die Klimaanlage einen derart kalten Wind erzeugt hat, dass man ununterbrochen gefroren hat. Dazu kam, dass auch das Licht die ganze Zeit eingeschaltet blieb und der Ton unerträglich laut war. Alles in allem also keine guten Voraussetzungen zum Schlafen. Nach der zweiten Mahlzeit und dem erneuten Boarding verlief dann allerdings alles gut und es ging im weniger gefüllten Flugzeug nach Bali.

In Bali angekommen, mussten alle aussteigen, auch diejenigen, die im selben Flugzeug weiter nach Perth wollten. Wir wurden separat von den Bali-Urlaubern getrennt durch den Flughafen geführt…zu einer erneuten Taschenkontrolle und weiter zum Boarding-Gate. Dort gab es wieder eine lasche Taschenkontrolle und wie es nicht anders zu erwarten war, standen wir nach der langen Tour wieder ganz am Anfang wo wir freundlich von derselben Crew an Bord begrüßt wurden. Der Vorteil war dieses Mal, dass der Flug so leer war, dass wirklich jederseine eigene 3er-Bank zum Schlafen benutzen konnte. Somit war der Flug von Bali nach Perth meine längste Schlafenszeit in den letzten Tagen.

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