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Pinnacles

Der zweite Tag des Roadtrips brachte uns zu den Pinnacles im Nambung National Park. Dabei gab es einen sandigen Weg, den man mit dem Auto befahren konnte und der hauptsächlich eine schöne Fotokulisse bietet.

Pinnacle Drive

der Pinnacle Drive

Die Pinnacles sind im Endeffekt Gebilde aus Kalkstein, die wie kleine Felsen aus dem Boden in einer wüstenähnlichen Umgebung schauen. Es gibt sie auch an anderen Orten in Australien, aber nur an dieser Stelle treten sie in dem Ausmaß auf. Warum bzw. wie sie entstanden sind, ist bis heute aber noch nicht geklärt. Wen es interessiert, es gibt dazu mehrere Theorien. Alle Theorien basieren jedoch auf der Tatsache, dass die Gegend früher Teil des Meeres war.

Unmengen an Pinnacles

Unmengen an Pinnacles

Auch wenn es recht kühl und bewölkt war sowie ab und zu nieselte hat sich der kleine Ausflug doch gelohnt. Zumal wir uns extra den Western Australia Park Pass für $44 gekauft hatten und somit genügend Parks anschauen mussten, damit sich die Investition bezahlt macht (ein Tagespass für einen Tag kostet $12) 😉

mit dem Auto in den Pinnacles

mit dem Auto in den Pinnacles

Auf dem Weg weiter in Richtung Norden haben wir uns entschlossen noch kurz in der Dunkelheit bis zur nächsten Schlafgelegenheit zu fahren. Das hat sich allerdings ziemlich in die Länge gezogen, da kurz nach dem Losfahren die Straße wegen eines brennenden LKWs gesperrt war. Wie sich zeigen sollte, hatten wir auch in den kommenden Tagen immer mindestens ein Ereignis, dass einem in Errinerung blieb.

bogged – festgefahren

Der erste Tag des Roadtrips endete am Strand…fast so, wie ich es mir eigentlich vorgestellt hatte. Aber halt nur fast…

Erste Nacht am Strand

Erste Nacht am Strand

Angefangen hatte alles damit, dass wir (mein Travelmate Markus [19] und ich) gegen Abend einen Platz zum Campen gesucht haben. Die App WikiCamps, die einem solche Plätze u.a. anzeigt, meinte dann, dass 8km abseits der Straße ein Platz ist, den man mit dem 4WD erreichen kann. Also sind wir da hingefahren. Die Strecke entpuppte sich als ziemlich huckelig und war relativ herausfordernd, dafür dass ich noch nie vorher Offroad gefahren bin. Natürlich wurde es recht schnell dunkel, natürlich fing es auch an wie in Strömen zu regnen, natürlich brauchten wir für die Strecke auch ungefähr eine Stunde… Einen ausgeschilderten Weg gab es nicht und so konnten wir uns nur grob nach der GPS-Position richten. Irgendwann sahen wir endlich das Meer!

Die Auffahrt zum Meer

Die Auffahrt zum Meer

Nach der GPS-Position hätten wir noch weiter am Meer entlang fahren müssen, um das Ziel zu erreichen, also nichts wie los! Den Berg runter, um die Kurve … und nichts ging mehr. Festgefahren oder „bogged“ wie die Australier sagen würden. Also ausgestiegen, ein bisschen gebuddelt und das Auto rührte sich immer noch kein bisschen. Der Strand bestand so ziemlich aus dem weichesten Sand, den ich je gesehen habe. Dazu kam noch, dass wir ungefähr 10m vom Meer entfernt waren welches zur Ebbe gerade seinen Tiefstand erreicht hatte. Jetzt kam also auch noch ordentlich Druck dazu! Und natürlich auch wieder Regen. Gefühlt hat es ca. 3 Stunden gedauert, in denen wir wie verrückt gebuddelt und gegraben haben (das Auto lag mit dem Unterboden komplett auf dem Sand auf) und den Reifendruck auf ein Minimum reduziert haben, um wenigstens etwas Grip zu bekommen. Letztlich haben wir es dann irgendwann doch wieder auf den Berg geschafft und waren so erleichtert, dass wir das Auto dort über Nacht stehen lassen haben.

endlich wieder auf dem Berg ... am nächsten Morgen

endlich wieder auf dem Berg … am nächsten Morgen

Am nächsten Morgen wurde dann ersichtlich, wie knapp wir wirklich vom Meer entfernt waren, da die alten Reifenspuren bereits vom Wasser teilweise verwischt wurden. Seit diesem Tag habe ich auf jeden Fall sehr großen Respekt davor am Strand zu fahren und teste immer vorher, wie der Sand beschaffen ist 😉

Spuren der nächtlichen Bergungsarbeiten

Spuren der nächtlichen Bergungsarbeiten

Das Auto

Ein Auto war von Anfang an die grundlegende Voraussetzung für meine Reise durch Australien. Und da ich auf nichts verzichten möchte, musste es ein 4WD (Four Wheel Drive bzw. Geländewagen) sein. Ob ich die Offroad-Fähigkeit wirklich brauchen würde, wusste ich zu dem Zeipunkt zwar noch nicht, aber lieber haben als brauchen 😉

Ich habe ca. 2 Wochen gebraucht um ein Auto zu finden … länger als ich erwartet hatte. Wirklich angeschaut hatte ich mir dabei nur zwei Wagen. Die anderen lagen entweder nicht in meinem Budget oder entsprachen nicht meinen Vorstellungen. Um ein zuverlässiges Auto zu bekommen für das man auch immmer an Ersatzteile gelangen kann, bestand die Auswahl nur aus Mitsubishi, Nissan und Toyota, wobei Letztere eher zu teuer waren.

Mitsubishi Pajero GLS

Mitsubishi Pajero GLS

Seitenansicht vom Fahrzeug

Seitenansicht

Letztlich fand ich einen Wagen, der zwar bei weitem nicht perfekt war, aber dafür auch nur die Hälfte von meinem geplanten Budget in Anspruch nahm. Zum einen war der Kauf zwar ein Risiko, zum anderen aber auch ein Abenteuer, und bei einem billigen / alten Auto ist einem eher egal, ob das Auto dreckig wird oder kleine Dinge kaputt gehen. Von daher mal ein paar Eckdaten zu dem Fahrzeug:

Mitsubishi Pajero GLS
Baujahr 1995
325.000 km
4-Gang-Automatik
3.0l V6-Motor
109 kW / 146 PS

Zusatzausstattung:
Bullbar mit Zusatzscheinwerfern (man will sie nicht mehr missen)
Schnorchel (zum Durchfahren von tiefen Gewässern)
CB-Funk

Bullbar

Bullbar, auch Känguruhgrill genannt, da die Tiere die Angewohnheit haben, aus dem nichts vor das Auto zu springen…

Da der Motor aber noch einige seltsame Geräusche machte, die nicht gut, aber auch nicht nach Motorschaden klangen, kamen nochmals Reparaturen hinzu. Leider ist der worst case eingetreten und die Wasserpumpe musste ausgetauscht werden.

Bevor der Roadtrip losging, wurde zusammen mit meinem Travelmate noch ein Bett eingebaut. Das Bett ist dreiteilig faltbar, sodass man sich komplett ausstrecken kann, ggf. aber dennoch die Rücksitzbank mit dann insgesamt 4 Sitzplätzen benutzen kann.

Auto leer

Das leere Auto mit Bettgestell

Bettgestell

das dreiteilige Bettgestell

Bettgestell 2

nochmal das Bettgestell

Hier sind die Kosten insgesamt aufgelistet und werden aktuell gehalten: $ 5600
– Kaufpreis: $ 2500
– Wasserpumpe + Zahnriemen: $ 1600
– 2 neue Reifen: $ 400
– Neues Lager fürs Lenkrad: $ 500
– Pitman Arm: $ 200
– Idler Arm: $ 50
– Spureinstellung: kommt noch
– neuer Benzinfilter: $ 100
– Stabilisatoren erneuern: $ 100
– Achsmanschetten vorne erneuern: $ 350

Rottnest Island

Rottnest Island ist eine Insel in der Nähe von Perth, die hauptsächlich wegen der Quokkas bekannt ist. Wegen der geringen Größe gibt es dort auch nicht wirklich Verkehr, weshalb sich eine Fahrradtour am besten für eine Erkundung der Insel eignet. Leider ist man an die Zeiten der Fähre gebunden, die um 7 Uhr und um 9.45 Uhr fährt. Erstere war einfach viel zu früh, vor allem, da man noch ca. eine Stunde benötigt, um zum Hafen zu kommen. So blieb für die Fahrradtour also nur Zeit von 10.30 bis 16.00, da zu dem Zeitpunkt die letzte Fähre zurück fährt. Mir wurde allerdings gesagt, dass die Zeit ausreichend sein soll.

neugieriger Quokka auf Rottnest Island

neugieriger Quokka auf Rottnest Island

Die Fahrt mit der Fähre war wirklich sehr schnell und lässt sich nicht mit einer Fähre vergleichen, die man sonst kennt. Da ich draußen am Randd saß, bekam ich quasi durchgehend salzigen Sprühregen ins Gesicht. Nach der Fahrt, habe ich erstmal die Beschilderung auf dem Boden übersehen und den Fahrradverleih nicht gefunden. Bei einer kurzen Pause abseits, um von den Menschenmassen wegzukommen, habe ich bereits die ersten Quokkas gesehen, die sich mir neugierig näherten und scheinbar nach Essen suchten.

Klippe auf Rottnest Island

Klippe auf Rottnest Island

Strand - Rottnest Island

Strand – Rottnest Island

Ich auf einer Klippe

Ich auf einer Klippe

Kurz danach habe ich letztlich auch die Fahrradverleihstation gefunden und konnte mich auf den Weg machen. Nach kurzem Radeln dann die erste Bucht… und was für eine! Ein traumhaft schöner Strand! Nur zu dumm, dass ich keine Badesachen mit hatte, weil das Wetter zwar sonnig, aber dennoch recht kühl war. Nichtsdestotrotz war es interessant genug, die Landschaft einfach nur anzuschauen und auf den Felsen zu klettern. Beim nächsten Strand dann wieder das gleiche…wunderschönes Wasser und Klippen…genauso beim nächsten. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich vielleicht 1/4 der Strecke geschafft habe, aber schon 2/3 der Zeit um war. Also wurde schneller geradelt und den wunderschönen Landschaften nicht mehr ganz so viel Beachtung geschenkt.

Mein geliehenes Fahrrad auf Rottnest Island

Mein geliehenes Fahrrad auf Rottnest Island

Überpünktlich und sehr außer Atem und verschwitzt habe ich es dann zurück zur Fähre geschafft und sogar noch ein bisschen Zeit. Eine Art Souvenir, dass viele von Rottnest Island mitnehmen, ist ein Selfie mit einem Quokka. Ursprünglich hatte ich das auch vor, als ich aber in dem kleinen Ort war, in dem sich viele der Quokkas tummelten, habe ich gesehen, wie zwanghaft viele Touristen versuchten, ein solches Foto zu erlangen. Dabei ist mir dann irgendwie die Lust vergangen. Also bin ich ein wenig weiter abseits einen Geocache suchen gegangen und habe dabei eine ruhige Ecke gefunden, in der sich ziemlich viele der kleinen Tiere tummtelten, von denen ich dann auch noch eine Menge Fotos geschossen habe.

Quokka auf Rottnest Island

Quokka auf Rottnest Island

Perth

Nachdem ich kurz nach 5 Uhr morgens in Perth angekommen bin und die Visa-Kontrolle nicht mal annähernd ein Problem darstellte (bis auf den Reisepass wurde nichts kontrolliert), habe ich mein erstes australisches Geld abgehoben und mich zur Bushaltestelle begeben, die um diese Uhrzeit zum Glück schon in Benutzung war. Da der Busfahrer meinen A$50-Schein nicht wechseln konnte oder wollte, wurde ich durchgewunken und habe mir somit die A$4,50 gespart. Ob das in Berlin wohl auch so funktioniert hätte?

Ich vor der Skyline von Perth

Ich vor der Skyline von Perth

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Singapur

Die Reise mit Singapur begann damit, dass ich den Verkehr in Bangkok (trotz Vorwarnung) unterschätzt hatte. Durch einen Riesenstau hat mein Bus Ewigkeiten gebraucht, um vorwärts zu kommen. Letztlich kam ich trotz Sprinten durch den Flughafen (und das vollbeladen) ca. 40 Minuten vor Abflug am Schalter an und der Counter hatte somit seit gut fünf Minuten geschlossen. Alles Reden half nichts und ich kam nicht mehr mit auf den Flug. Somit blieb mir nur für teures Geld auf den nächsten Flug ca. 2 Stunden später umzusteigen. Naja, das wird mir wahrscheinlich nicht nochmal passieren… (mehr …)